Die Seite wurde neu angelegt: „== Knochenleitungsimplantate == '''Knochenleitungsimplantate''' sind implantierbare Hörsysteme, die Schallsignale über mechanische Vibrationen direkt an das Innenohr leiten. Sie finden Anwendung bei Personen mit Schallleitungsschwerhörigkeit, kombinierter Schwerhörigkeit oder einseitiger Taubheit. === Medizinische Indikationen === Knochenleitungsimplantate kommen zum Einsatz, wenn das Außen- oder Mittelohr nicht korrekt funktioniert, das Innenohr…“
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Quelle: [https://presse-de.cochlear.com/images/wie-das-hoeren-mit-einem-baha-knochenleitungsimplantat-bei-einseitigem-hoerverlust-funktioniert-1873721 Cochlear Presseportal], Nutzung für Informationszwecke gestattet.
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Knochenleitungsimplantate sind implantierbare Hörsysteme, die Schallsignale über mechanische Vibrationen direkt an das Innenohr leiten. Sie finden Anwendung bei Personen mit Schallleitungsschwerhörigkeit, kombinierter Schwerhörigkeit oder einseitiger Taubheit.
Medizinische Indikationen
Knochenleitungsimplantate kommen zum Einsatz, wenn das Außen- oder Mittelohr nicht korrekt funktioniert, das Innenohr jedoch intakt ist. Zu den Hauptindikationen zählen:
Schallleitungs- oder kombinierte Schwerhörigkeit (Außen- oder Mittelohr sind betroffen, Cochlea jedoch funktionstüchtig)
Einseitige Taubheit, etwa nach Hörsturz oder Operation
Chronisch-rezidivierende Mittelohrentzündungen
Gehörgangserkrankungen, z.B. Ekzeme oder Fehlbildungen, die konventionelle Hörgeräte ausschließen
Unverträglichkeit oder mangelnde Wirksamkeit herkömmlicher Hörgeräte[1][2][3][4]
Funktionsweise
Ein Knochenleitungsimplantat besteht aus einem äußeren Audioprozessor und einem im Schädelknochen befestigten Implantat. Der Prozessor nimmt Schall auf, wandelt ihn in elektrische Signale um und überträgt diese an das Implantat. Dort werden die Signale in mechanische Vibrationen umgesetzt, die über den Knochen direkt zur Cochlea geleitet werden. So werden geschädigte Abschnitte von Außen- und Mittelohr umgangen.[5][6][7]
Typen
Perkutane, knochenverankerte Systeme (z.B. BAHA, Ponto): Verbindung durch die Haut mit externem Prozessor
Transkutane, aktive Systeme (z.B. Bonebridge): Implantat liegt vollständig unter der Haut, Signale werden magnetisch übertragen
Hersteller, Modelle und Generationen
Folgende Hersteller und Modelle sind relevant:
Cochlear: BAHA-System (seit ca. 1997), Osia (seit ca. 2019)
MED-EL: Bonebridge (BCI601 seit 2011, BCI602 seit ca. 2019)
Erste Generationen (ab 1970er Jahre): Perkutan mit offener Hautdurchführung, z. B. BAHA
Ab 2011: Transkutane, vollständig unter der Haut liegende aktive Implantate (Bonebridge)
Jüngste Generationen: Verbesserte Magnetübertragung und individuellere Designs (Osia, Ponto)[10][11]
Unterschiede zwischen den Implantaten
Unterschiede ergeben sich v.a. im chirurgischen Zugang, Tragekomfort und Infektionsrisiko:
Perkutane Systeme: Stecker durch die Haut, einfach auszutauschen, höhere Gefahr für Hautreizungen
Transkutane Systeme: Komplett unter der Haut, minimal-invasiv, geringeres Infektionsrisiko und höherer Komfort[12][13]
Vorteile
Knochenleitungsimplantate ermöglichen eine natürliche Schallübertragung mit offenem Gehörgang. Sie eignen sich besonders für chronisch entzündliche oder anatomisch auffällige Ohren und sind individuell anpassbar.