Nucleus Nexa System
Das Nucleus® Nexa™ System ist eine von Cochlear im Jahr 2025 eingeführte Generation von Cochlea-Implantat-Systemen.[1] Das System basiert auf einer neuen Implantatplattform mit erweitertem Funktionsumfang auf Implantatebene.
Systemüberblick
Zentrales Element des Nucleus Nexa Systems ist das Nucleus Nexa Implantat, das auf einem neu entwickelten Chip („NEXOS“) basiert.[2] Dieser verfügt über eigene Firmware, internen Speicher sowie integrierte Monitoring- und Diagnosesysteme. Bestimmte Funktionen, die bei früheren Nucleus-Systemen ausschließlich im externen Soundprozessor (auch Audiprozessor oder Sprachprozessor genannt) umgesetzt wurden, sind beim Nexa-System teilweise direkt im Implantat implementiert.
Die Systemarchitektur ist darauf ausgelegt, zukünftige technische Weiterentwicklungen softwarebasiert zu ermöglichen, ohne dass hierfür ein erneuter chirurgischer Eingriff erforderlich ist.[3]
Das Nucleus Nexa System besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Komponenten:
- dem Nucleus Nexa Implantat (internes Implantat)
- kompatiblen Nexa-Soundprozessoren
- dem Nucleus 8 Nexa (Hinter-dem-Ohr-Soundprozessor)
- dem Nucleus Kanso 3 Nexa (frei-vom-Ohr-Soundprozessor)
- unterstützender Software und Services von Cochlear
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Nucleus Nexa Implantat
Fotos: Cochlear -
Nucleus 8 Nexa Soundprozessor
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Nucleus Kanso 3 Nexa Soundprozessor
Sowohl die Empfangsspule des Implantats als auch die Sendespule der Nexa-Soundprozessoren wurden konstruktiv neu entwickelt. Die Spule besteht aus dem Edelmetall Gold, das aufgrund seiner guten Leitfähigkeit stabile Übertragungseigenschaften ermöglichen soll.[4]
Funktionen und Eigenschaften
Im Nexa-System werden bestimmte Funktionen nicht mehr ausschließlich im Soundprozessor ausgeführt, sondern teilweise im Implantat selbst umgesetzt. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten bei Systemsteuerung, Energieverwaltung und Speicherung individueller Einstellungen.
Zu den systemischen Besonderheiten des Nexa-Systems im Vergleich zu früheren Nucleus-Systemen gehören:
- upgradefähige Firmware im Implantat
- Speicherung individueller Hörprofile (MAPs) im Implantat
- dynamisches Energiemanagement zwischen Implantat und Soundprozessor
- integrierte Monitoring- und Diagnosesysteme
- Nexa-Chipsatz (NEXOS) als interne Systemplattform[3]
Dynamic Power Management
Das Nexa-System verfügt über ein dynamisches Energiemanagement. Der Energieverbrauch wird kontinuierlich an die jeweilige Hörsituation angepasst. In ruhigeren Hörsituationen benötigt das System weniger Energie, während in komplexeren Hörumgebungen entsprechend mehr Energie bereitgestellt wird. Ziel ist eine optimierte Batterie- beziehungsweise Akkulaufzeit bei stabiler Systemleistung.[5]
Kompatibilität
Das Nexa-System stellt eine eigenständige Implantatplattform dar und verwendet ein neu entwickeltes Datenübertragungsprotokoll. Nexa-Soundprozessoren sind daher ausschließlich mit Nexa-Implantaten kompatibel und stellen keine Erweiterung bestehender Implantatgenerationen dar.[6]
Soundprozessoren wie Nucleus 8 und Nucleus Kanso 3 bleiben weiterhin mit vielen früheren Implantatgenerationen kompatibel. Ein nachträglicher Wechsel von bestehenden Nucleus-Implantaten auf das Nexa-System ist nicht vorgesehen.
Das bisherige CI600-System wird weiterhin angeboten und unterstützt. Vergleiche zwischen den jeweiligen Systemgenerationen finden sich in den Artikeln zu Nucleus 8 und Nucleus Kanso 3.
Das Nexa-System kommt grundsätzlich für Personen infrage, die eine Cochlea-Implantat-Indikation erfüllen.[7]
Hörprofil aus Implantat lesen (Mapping)
Beim Nucleus Nexa System werden individuelle Hörprofile (MAPs) direkt im Implantat gespeichert. Mehrere MAPs können gleichzeitig im Implantat hinterlegt werden. Diese Profile enthalten alle relevanten Einstellungen für die individuelle Hörversorgung. Das Mapping-Verfahren unterscheidet sich grundsätzlich nicht von früheren Nucleus-Systemen. Ziel bleibt es, für jede Person eine individuell optimale Einstellung zu ermitteln.
Die Speicherung der MAPs im Implantat bietet praktische Vorteile im Alltag. Wird ein Soundprozessor ersetzt oder ausgetauscht, kann ein neuer Nexa-Soundprozessor diese Einstellungen automatisch aus dem Implantat auslesen und übernehmen. Dadurch kann in vielen Fällen eine vollständige Neueinstellung vermieden werden. Die Erstellung und Anpassung der Hörprofile erfolgt weiterhin durch audiologisches Fachpersonal.
Firmware-Updates im Implantat
Das Nucleus Nexa Implantat verfügt über eine eigene Firmware, die bei Bedarf aktualisiert werden kann. Diese Firmware steuert bestimmte systemnahe Funktionen des Implantats.[8]
Die Systemarchitektur ist darauf ausgelegt, technische Weiterentwicklungen oder Funktionsanpassungen softwarebasiert umzusetzen, ohne dass hierfür ein erneuter chirurgischer Eingriff erforderlich ist. Zum aktuellen Zeitpunkt ist noch nicht abschließend definiert, über welchen organisatorischen Weg zukünftige Firmware-Updates durchgeführt werden.[9]
Bestehende Hörprofile (MAPs) bleiben bei einem Firmware-Update erhalten. Für die tägliche Nutzung des Soundprozessors ergeben sich dadurch grundsätzlich keine Änderungen im Bedienablauf.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Cochlear: Markteinführung von Cochlear™ Nucleus® Nexa™, letzter Abruf: 2026-03-27
- ↑ Auskunft des Herstellers im Expertenaustausch
- ↑ 3,0 3,1 Cochlear: The Cochlear™ Nucleus® Nexa® System: The Next Era of Cochlear Implant Care, letzter Abruf: 2026-03-27
- ↑ Auskunft des Herstellers im Expertenaustausch
- ↑ Auskunft des Herstellers im Expertenaustausch
- ↑ Auskunft des Herstellers im Expertenaustausch
- ↑ Auskunft des Herstellers im Expertenaustausch
- ↑ HörgeräteInsider: Cochlear Nucleus Nexa – Das erste updatefähige Cochlea-Implantat im Überblick, letzter Abruf: 2026-03-27
- ↑ Auskunft des Herstellers im Expertenaustausch