CI-Reha

Aus Hör-Wiki

Im Rahmen der Nachsorge nach einer Implantierung gibt es nach der Erstanpassung die Möglichkeit einer Rehabilitation (CI-Reha). Dabei finden verschiedene therapeutische Maßnahmen statt, um die Patienten dabei zu unterstützen, sich an das Hören mit dem Implantat anzupassen, das Sprachverstehen und somit ihre Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern und die bestmöglichen Ergebnisse aus der Implantation zu erzielen.

Arten

Es gibt folgende Möglichkeiten für eine Rehabilitation:

  • Stationär
  • Teilstationär
  • Ambulant

Ambulant

Nach einer Cochlea Implantat (CI) Operation ist die ambulante Reha der erste Schritt der Nachsorgeabehandlung. Es wird für die Ersteinstellung/Erstanapassung der Hörprozessoren genutzt, so dass hochgradig Hörgeschädigte, Ertaubte oder Taubgeborene das Hören erlernen bzw. wieder erlernen können. In einer ambulanten Reha werden über den Tag verteilt CI-Einstellungen, Hörtest und Einzelhörtraining in der Logopädie vorgenommen, vereinzelt auch durch Gruppenhörtraining ergänzt.

Die ambulante Rehabilitation bietet den Rehabilitanden ein wohnortnahes Angebot. Sie werden nicht stationär aufgenommen und erhalten (sofern sich der Wohnort im 45-minütigen Umgebungsradius befindet), somit kein eigenes Patientenzimmer. Die Abende und Wochenenden können sie zuhause verbringen. Nur für die Dauer der Therapienhlten sie sich in der Klinik auf.

Die Häufigkeit und der Zyklus der ambulanten Reha ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich und variiert je nach Behandlungskonzept der operierten Klinik. So gibt es Anpassungskonzepte, bei denen die Erstanpassung vier Wochen nach der erfolgten Operation beginnt. Andere Kliniken starten hiermit bereits früher oder später.

In manchen Kliniken werden die CI-Einstellungen zunächst eine Woche lang täglich vorgenommen und der Rehabilitand kommt im ersten Jahr nach der OP noch drei weitere Male für einen Tag vorbei, um die Höreinstellungen anzupassen. Weitere Einstellungskonzepte beinhalten, dass zum Start nicht durchgehend für eine Woche lang eingestellt wird, sondern jeweils nur für einen Tag wiederkehrend im Abstand von ein-/ zwei- oder gar vier Wochen. Der Gesamtumfang liegt bei 7 bis 10 Behandlungstage im ersten Jahr und ist bei fast allen Kliniken gleich. (stimmt das?)

Es ist zu empfehlen, die Zeit bis zur Erstanpassung nach einer CI-OP nicht zu kurz kommen zu lassen, da die OP-Wunde zwecks Haftung der Spule am Magneten zunächst ausreichend verheilen muss. Weiterhin sollte auch die Zeit zwischen den einzelnen CI-Einstellungen nicht zu lang und auch nicht zu kurz ausfallen. Zwar muss sich das Gehirn erstmal an das neue Höreinstellungen gewöhnen, und die neuen Einstellungen im Umfeld erprobet werden, dennoch ist keinem damit geholfen, wenn über längere Zeit mit unvorteilhaften CI-Einstellungen herumgelaufen wird.

Je nach Vorgeschichte des Patienten (Eintrittsalter des Hörverlustes, Dauer- und Ursache des Hörverlustes) sowie der Ergebnisse des messbaren Hörerfolgs nach den CI-Einstellungen kann die ambulante Reha eine völlig ausreichende Maßnahme sein.

Hat sich der Hörerfolg im ersten Jahr nach der Operation nicht zufriedenstellend eingestellt, sollte über eine anschließende stationäre Reha nachgedacht werden. Diese kann in vielen Fällen den Erfolg nochmal maßgeblich steigern lassen.

Eine ambulante Reha muss in der Regel nicht vom Patienten selbst beantragt werden. Im Vorfeld einer CI-Operation werden in einen Aufklärungsgespräch mit der operierenden Klinik die Rehabilitationsziele und -termine geklärt und auch vereinbart. Sie gehören zum Leistungsangebot einer Operation.

Stationär

Charakteristisch für eine stationäre Rehabilitation - und anders als bei einer ambulanten Rehabilitation - ist eine ganztägige Unterbringung in der jeweiligen Reha-Einrichtung - mit Übernachtung und Verpflegung. Für die Unterkunft und Verpflegung können auf freiwilliger Basis Zuzahlungen für den Patienten oder die Patientin entstehen (Komfortleistungen).

Standorte

Blockwoche

Ablauf

Je nach Reha-Einrichtung finden unterschiedliche Aktivitäten statt. Die folgende Liste zeigt einige der typischen Aktivitäten, die in einer solchen Rehabilitationseinrichtung durchgeführt werden können[1] [2]:

  • Regelmäßige Überprüfung und Optimierung des Sprachprozessors einmal bis mehrmals pro Woche
  • Hörtraining, einzeln und in der Gruppe
  • Selbständiges Üben mit speziellen Hörtraining-Programmen und mit Einsatz verschiedener akustischer Medien.
  • Audiotherapeutische Beratung zum Einsatz von technischem Zubehör mit Ausprobieren
  • Kommunikationstechniken für schwierige Hörsituationen in der Gruppe erlernen und ausprobieren
  • Bewegungstherapie und physikalische Anwendungen zum Stressabbau sowie zur allgemeinen körperlichen Stabilisierung.

Des Weiteren können, falls nötig, weitere Therapieangebote in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel:

  • Psychologische Gespräche
  • Tinnitus-Retraining
  • Gleichgewichtstraining.

In den Rehakliniken stehen in der Regel ein Audiologe und ein Hörgeräteakustiker für den technischen Support und alle Fragen zu Hörgeräten, Cochlea-Implantaten und weiterem technischen Zubehör zur Verfügung.

Antrag

Kinder

Berufstätige

Nicht-Selbstständige

Selbstständige

Rentner

Einzelnachweise

  1. MEDICLIN AG: Ablauf der Reha mit Cochlea Implantat; https://www.bosenberg-kliniken.de/rehaklinik-fuer-cochlea-implantat/#ablaut-der-reha-mit-cochlea-implantat, letzter Abruf: 2024-03-07
  2. MEDIAN Kaiserberg-Klinik: Patienten mit Cochlea-Implantaten und aktiven implantierbaren Hörsystemen; https://www.median-kliniken.de/de/median-kaiserberg-klinik-bad-nauheim/behandlungsgebiete/hts/cochlea-implantate/, letzter Abruf: 2024-03-07