CI-Reha: Unterschied zwischen den Versionen
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Im Rahmen der Nachsorge nach einer [[ | Im Rahmen der Nachsorge nach einer [[Implantat (CI)#Implantation|Implantation]] gibt es nach der Erstanpassung die Möglichkeit einer Rehabilitation ('''CI-Reha'''), wobei laut Weißbuch<ref name="Nachsorge"/> die Nachsorge im Kontext einer gestaffelten Abfolge verschiedener therapeutischen Maßnahmen stattfindet. Das kann die Patienten dabei unterstützen, sich an das Hören mit dem Implantat anzupassen, das Sprachverstehen und somit ihre Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern und die bestmöglichen Ergebnisse aus der Implantation zu erzielen. | ||
== Ziele einer Reha == | == Ziele einer Reha == | ||
In einer CI-Reha soll folgendes erreicht werden: | In einer CI-Reha soll folgendes erreicht werden: | ||
* ''' | * '''Optimierung der CI-Einstellung:''' Die technischen Einstellungen des Cochlea-Implantats werden in der Reha regelmäßig überprüft und angepasst, um eine bestmögliche Hörleistung zu erzielen. | ||
* '''Verbesserung | * '''Verbesserung des Sprachverstehens:''' Gezieltes Hörtraining, sowohl einzeln als auch in Gruppen, um Geräusche und Sprache besser zu verstehen und zu verarbeiten. Unterscheidung verschiedener Laute, was zugleich die auf dem Hören beruhende Kommunikationsfähigkeit verbessert. | ||
* '''Integration des Cochlea-Implantats/Hörgeräts in den Lebens- und Berufsalltag''' und Verbesserung der beruflichen Leistungsfähigkeit nach der Versorgung mit einem CI, um die Arbeitsunfähigkeit zu verkürzen oder gar zu vermeiden | * '''Integration des Cochlea-Implantats/Hörgeräts in den Lebens- und Berufsalltag''' und Verbesserung der beruflichen Leistungsfähigkeit nach der Versorgung mit einem CI, um die Arbeitsunfähigkeit zu verkürzen oder gar zu vermeiden | ||
* '''Lösungen für den Beruf''': Kommt es im Beruf zu Schwierigkeiten, werden in der Reha-Einrichtung gemeinsam Lösungen entwickelt. Z.B. kann ein berufsspezifisches wie auch arbeitsplatzbezogenes Training während der Reha durchgeführt werden, um die Belastbarkeit am Arbeitsplatz auszutesten. U.a. zum Beispiel, ob es förderlich ist, unter Anwendung einer simulierten Geräuschkulisse mit zusätzlichen Hilfsmitteln Telefonate zu führen. | * '''Lösungen für den Beruf''': Kommt es im Beruf zu Schwierigkeiten, werden in der Reha-Einrichtung gemeinsam Lösungen entwickelt. Z.B. kann ein berufsspezifisches wie auch arbeitsplatzbezogenes Training während der Reha durchgeführt werden, um die Belastbarkeit am Arbeitsplatz auszutesten. U.a. zum Beispiel, ob es förderlich ist, unter Anwendung einer simulierten Geräuschkulisse mit zusätzlichen Hilfsmitteln Telefonate zu führen. | ||
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* '''Vorhandene Berufskompetenzen erhalten'''. D.h. systematisch die Berufs- und Arbeitssituation analysieren und dabei die Kompetenzen in der Medizinisch Beruflich Orientierten Rehabilitation (MBOR) für bestimmte Berufsklassen stärken. | * '''Vorhandene Berufskompetenzen erhalten'''. D.h. systematisch die Berufs- und Arbeitssituation analysieren und dabei die Kompetenzen in der Medizinisch Beruflich Orientierten Rehabilitation (MBOR) für bestimmte Berufsklassen stärken. | ||
* '''Stärkung der psychischen Stabilität''' der Patientinnen und Patienten mit Cochlea-Implantat | * '''Stärkung der psychischen Stabilität''' der Patientinnen und Patienten mit Cochlea-Implantat | ||
* '''Erlernen von Bewältigungsstrategien''' | * '''Erlernen von Bewältigungsstrategien:''' In Einzel- und Gruppengesprächen werden die Patientinnen und Patienten unterstützt, mit ihrer Hörschädigung umzugehen und Strategien zu entwickeln, um den Alltag besser zu meistern. | ||
* '''Entwicklung der Lautsprache''' bei einem taub geborenen Kind. Bei CI-Kindern (Neugeborene oder Frühversorgte) werden auch die Eltern und Geschwister mit in die stationäre Reha zur Begleitung mitgenommen. Denn sie sind mindestens ebenso betroffen und müssen wissen, wie sie damit umgehen können. | * '''Entwicklung der Lautsprache''' bei einem taub geborenen Kind. Bei CI-Kindern (Neugeborene oder Frühversorgte) werden auch die Eltern und Geschwister mit in die stationäre Reha zur Begleitung mitgenommen. Denn sie sind mindestens ebenso betroffen und müssen wissen, wie sie damit umgehen können. | ||
== Arten == | == Arten == | ||
Es gibt folgende Möglichkeiten für eine Rehabilitation: | Es gibt folgende Möglichkeiten für eine Rehabilitation: | ||
* [[ | * [[CI-Reha#Ambulant|Ambulant]] | ||
* [[ | * [[CI-Reha#Teilstationär|Teilstationär]] | ||
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=== Ambulant === | === Ambulant === | ||
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Es ist ratsam wie auch lohnend, sich über Kontakte oder [[Selbsthilfegruppen (SHG)|Selbsthilfegruppen]] Erfahrungen wie auch Infos zu den unterschiedlichsten Reha-Einrichtungen einzuholen. Oftmals ergeben sich aus den Gesprächen neue und hilfreiche Auskünfte, welche den eigenen Bedürfnissen besser gerecht werden als vormals angedacht. | Es ist ratsam wie auch lohnend, sich über Kontakte oder [[Selbsthilfegruppen (SHG)|Selbsthilfegruppen]] Erfahrungen wie auch Infos zu den unterschiedlichsten Reha-Einrichtungen einzuholen. Oftmals ergeben sich aus den Gesprächen neue und hilfreiche Auskünfte, welche den eigenen Bedürfnissen besser gerecht werden als vormals angedacht. | ||
== Zeitliche Einordnung == | |||
<span id=AHB/> | |||
=== Anschlussheilbehandlung (AHB) === | === Anschlussheilbehandlung (AHB) === | ||
Die AHB | Die Anschlussheilbehandlung (AHB), auch Anschlussrehabilitation genannt, ist eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die sich unmittelbar (spätestens 14 Tage) nach einem stationären Krankenhausaufenthalt anschließt und für bestimmte Erkrankungen im sogenannten AHB-Indikationskatalog vorgesehen ist.<ref name="ahb-frist">{{Internetquelle|autor=Deutsche Rentenversicherung Bund|url=https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Reha/Medizinische-Reha/Anschlussrehabilitation-AHB/anschlussrehabilitation-ahb.html|abruf=2025-05-18|titel=Anschlussrehabilitation (AHB)}}</ref>. | ||
==== | Ziel der AHB ist die schnelle Wiedereingliederung in den Alltag oder ins Berufsleben nach einer schweren Erkrankung oder Operation – z. B. auch nach einer Cochlea-Implantation. Dabei soll auch das Potenzial des CI bestmöglich erreicht werden<ref name="ahb" />. Im Gegensatz zu einer normalen Reha, darf eine AHB vom Kostenträger nicht abgelehnt werden . | ||
Seit 2025 wurde die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat (CI) in den Indikationskatalog für die Anschlussheilbehandlung der Deutschen Rentenversicherung aufgenommen<ref name="AHBIndikation" />, so dass nun auch mit CI Versorgte Anspruch auf eine AHB haben. | |||
Wer das Angebot einer AHB nicht wahrnehmen möchte, kann jederzeit eine Reha als Heilverfahren im klassischen Sinne beantragen. Auch kann jeder, der eine AHB durchläuft, zu einem späteren Zeitpunkt (in der Regel nach vier Jahren<ref name="mehrwoechigstationaer"/>) eine klassische Reha beantragen, sofern dadurch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessert werden kann. | |||
=== Mehrwöchige Reha im Rahmen der Nachsorge === | |||
Wer ein CI erhalten hat, hat Anspruch auf eine mehrwöchige Rehabilitation, die meist stationär erfolgt. Eine CI-Reha kann in der Regel alle vier Jahre erneut beantragt werden<ref name="mehrwoechigstationaer">{{Internetquelle|autor=MEDIAN Unternehmensgruppe|url=https://www.median-kliniken.de/de/patienten-angehoerige/informationen-zur-reha/reha-faq/reha-wie-oft-habe-ich-anspruch/|titel=Reha – wie oft habe ich Anspruch?|abruf=2025-05-18}}</ref>. | |||
Bei medizinischer Notwendigkeit (z.B. Komplikationen, unzureichender Rehabilitationserfolg, neue gesundheitliche Probleme) kann eine erneute Reha auch vor Ablauf der Vierjahresfrist beantragt und bewilligt werden. Dafür muss die Notwendigkeit vom Arzt gut begründet und nachgewiesen werden<ref name="mehrwoechigstationaer"/>. | |||
=== Blockwoche === | === Blockwoche === | ||
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Ziel dieses Behandlungskonzepts ist es, für den Patienten die optimalen Höreinstellungen beim Cochlea Implantat (CI) und/oder Hörgerät (HG) zu eruieren, um über einen längeren Zeitraum das bestmögliche Sprachverstehen herauszuholen. Im Vergleich zu einer klassischen Reha, werden in den Blockwochen täglich CI-/HG-Einstellungen, Einzelhörtraining in der Logopädie und Gruppenhörtraining realisiert. Übliche Reha-Anwendungen wie Sport, Physiotherapie (Massagen) oder ergänzende Schulungen wie z. B. Ernährung werden nicht umgesetzt. | Ziel dieses Behandlungskonzepts ist es, für den Patienten die optimalen Höreinstellungen beim Cochlea Implantat (CI) und/oder Hörgerät (HG) zu eruieren, um über einen längeren Zeitraum das bestmögliche Sprachverstehen herauszuholen. Im Vergleich zu einer klassischen Reha, werden in den Blockwochen täglich CI-/HG-Einstellungen, Einzelhörtraining in der Logopädie und Gruppenhörtraining realisiert. Übliche Reha-Anwendungen wie Sport, Physiotherapie (Massagen) oder ergänzende Schulungen wie z. B. Ernährung werden nicht umgesetzt. | ||
Im Gegensatz zu den klassischen Rehas müssen die Blockwochen nicht beim Träger der Rentenversicherung, sondern bei der zuständigen Krankenkasse beantragt und von | Im Gegensatz zu den klassischen Rehas müssen die Blockwochen nicht beim Träger der Rentenversicherung, sondern bei der zuständigen Krankenkasse beantragt und von dieser auch genehmigt werden. | ||
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Blockwochen nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen verzeichnet sind und daher auch nicht von allen Krankenkassen bewilligt werden. Dennoch erkennen viele Krankenkassen zunehmend den Nutzen der Nachsorge und genehmigen diese dank der positiven Erfahrungen ihrer | An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Blockwochen nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen verzeichnet sind und daher auch nicht von allen Krankenkassen bewilligt werden. Dennoch erkennen viele Krankenkassen zunehmend den Nutzen der Nachsorge und genehmigen diese dank der positiven Erfahrungen ihrer Patientinnen und Patienten. | ||
Musterformulare und Begründungshilfen für die eigenständige Beantragung und Einreichung bei der Krankenkasse können beim Sekretariat dieser Klinik angefordert werden. | Musterformulare und Begründungshilfen für die eigenständige Beantragung und Einreichung bei der Krankenkasse können beim Sekretariat dieser Klinik angefordert werden. | ||
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Am Bosenberg 15<br> | Am Bosenberg 15<br> | ||
66606 St. Wendel | 66606 St. Wendel | ||
== Standorte == | |||
Es gibt für eine stationäre CI-Reha nur wenige Standorte in Deutschland. Die bekanntesten sind: | |||
* Bad Nauheim, Hessen | |||
* St. Wendel, Saarland | |||
* Bad Salzuflen, Nordrhein-Westfalen | |||
* Bad Grönenbach, Bayern (Schwerpunkt Kommunikationstraining, CI-Einstellung nur durch Vertreter der Implantationsfirmen<ref name=Groenenbach/>) | |||
* Bad Berleburg, Nordrhein-Westfalen (Schwerpunkt Hörtraining, CI-Einstellung in Kooperation mit dem CI-Zentrum des Universitätsklinikums Marburg-Gießen<ref name="Berleburg"/>) | |||
Es gilt das sogenannte Wunsch- und Wahlrecht, die Betroffenen dürfen also die Klinik unter Berücksichtigung der verfügbaren Bettenkapazitäten selbst auswählen. | |||
Zum Teil bieten auch CI-Zentren eine CI-Rehabilitation nach der CI-Operation an<ref>{{Internetquelle|autor=Universitätsklinikum Tübingen|titel=Cochlea-Implantat Zentrum, Weitergehende Informationen zu...CI-Rehabilitation|url=https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/kliniken/hno/hoerzentrum/cochlea-implantat-zentrum|abruf=2026-01-05}}</ref>. Die Reha kann je nach Anfahrtsweg ambulant oder stationär erfolgen. | |||
== Ablauf/Inhalte == | == Ablauf/Inhalte == | ||
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* Audiotherapeutische Beratung zum Einsatz von technischem Zubehör mit Ausprobieren | * Audiotherapeutische Beratung zum Einsatz von technischem Zubehör mit Ausprobieren | ||
* Kommunikationstechniken für schwierige Hörsituationen in der Gruppe erlernen und ausprobieren | * Kommunikationstechniken für schwierige Hörsituationen in der Gruppe erlernen und ausprobieren | ||
* Bewegungstherapie und physikalische Anwendungen zum Stressabbau sowie zur allgemeinen körperlichen Stabilisierung | * Bewegungstherapie und physikalische Anwendungen zum Stressabbau sowie zur allgemeinen körperlichen Stabilisierung | ||
* Entspannungstechniken | |||
* Musiktherapie mit dem Ziel, das Hören von Musik mit einem CI zu erlernen und zu verbessern | |||
Des Weiteren können, falls nötig, weitere Therapieangebote in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel: | Des Weiteren können, falls nötig, weitere Therapieangebote in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel: | ||
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== Antrag == | == Antrag == | ||
=== Kostenträger === | |||
* '''Berufstätige, einschl. Arbeitslose:''' Deutsche Rentenversicherung (DRV) | |||
* '''Nicht-Berufstätige (Rentner/in):''' Gesetzliche Krankenkasse | |||
* '''Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und andere spezielle Gruppen:''' Sonderregelungen | |||
=== Anschlussheilbehandlung === | |||
Jeder Einzelfall wird vom Sozialdienst in der CI-versorgenden Klinik betrachtet. Sofern der Patient das Angebot annimmt, stellt der Sozialdienst bei dem passenden Kostenträger einen Antrag und reicht ihn zusammen mit dem ärztlichen Befundbericht ein. Dieser Antragsvorgang sollte noch während des Klinikaufenthaltes stattfinden, so dass die Rehakliniken Zeit für ihre Bettenplanung haben und der Patient entweder direkt oder spätestens 14 Tage nach seiner Entlassung aus der Klinik seine Reha beginnen kann. | |||
=== Spätere Reha im Rahmen der Nachsorge === | |||
Eine Rehabilitationsmaßnahme wird dann von der Rentenversicherung genehmigt, wenn die Erwerbsfähigkeit erhalten werden soll. Sofern eine Berufskrankheit oder ein Arbeitsunfall zugrunde liegt, wird die Leistung über die Unfallversicherung erbracht. Die Krankenkasse kann der Leistungsträger einer rehabilitativen Maßnahme sein, wenn Rentner und Rentnerinnen, Mütter oder Väter mit Kindern sowie Pflegebedürftige oder nicht gesetzlich Rentenversicherte einen Rehabilitationsantrag stellen. | Eine Rehabilitationsmaßnahme wird dann von der Rentenversicherung genehmigt, wenn die Erwerbsfähigkeit erhalten werden soll. Sofern eine Berufskrankheit oder ein Arbeitsunfall zugrunde liegt, wird die Leistung über die Unfallversicherung erbracht. Die Krankenkasse kann der Leistungsträger einer rehabilitativen Maßnahme sein, wenn Rentner und Rentnerinnen, Mütter oder Väter mit Kindern sowie Pflegebedürftige oder nicht gesetzlich Rentenversicherte einen Rehabilitationsantrag stellen. | ||
Ein Antrag für eine stationäre Reha muss eigenständig gestellt werden. Nach der Antragsstellung prüft der verantwortliche Kostenträger, ob die medizinischen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. In jedem Fall muss zunächst ein medizinischer Befundbericht erstellt werden. Wie dies zu erfolgen hat, ist bei den einzelnen Trägern unterschiedlich geregelt. | Ein Antrag für eine stationäre Reha muss eigenständig gestellt werden. Nach der Antragsstellung prüft der verantwortliche Kostenträger, ob die medizinischen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. In jedem Fall muss zunächst ein medizinischer Befundbericht erstellt werden. Wie dies zu erfolgen hat, ist bei den einzelnen Trägern unterschiedlich geregelt. | ||
==Erfahrungen und Tipps== | ==Erfahrungen und Tipps== | ||
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Es ist auf alle Fälle sinnvoll, sich vor der Reha Gedanken zu machen, wo man eine Verbesserung erreichen möchte bzw. in welchen Bereichen man Unterstützung braucht. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse kann man sich dann in den Kliniken informieren und entscheiden, welche Klinik einem für sich passender erscheint. | Es ist auf alle Fälle sinnvoll, sich vor der Reha Gedanken zu machen, wo man eine Verbesserung erreichen möchte bzw. in welchen Bereichen man Unterstützung braucht. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse kann man sich dann in den Kliniken informieren und entscheiden, welche Klinik einem für sich passender erscheint. | ||
== Literatur == | |||
Dr. Roland Zeh: ''[https://www.schnecke-online.de/themen/gesundheit/ahb-interview Fragen und Antworten zur Anschlussheilbehandlung]'', in: ''Schnecke - Leben mit Cochlea-Implantat & Hörgerät'', Ausgabe 128, Sommer 2025, S. 32, ISSN 1438-66903. | |||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
* [http://www.acir.de/ Arbeitsgemeinschaft CI Rehabilitation] | * [http://www.acir.de/ Arbeitsgemeinschaft CI Rehabilitation] | ||
* [https://www.bosenberg-kliniken.de/rehaklinik-fuer-cochlea-implantat/ MEDICLIN Bosenberg Klinik, St. Wendel] | * [https://www.bosenberg-kliniken.de/rehaklinik-fuer-cochlea-implantat/ MEDICLIN Bosenberg Klinik, St. Wendel] | ||
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* [https://www.median-kliniken.de/de/median-klinik-am-burggraben-bad-salzuflen/ Median Klinik, Bad Salzuflen] | * [https://www.median-kliniken.de/de/median-klinik-am-burggraben-bad-salzuflen/ Median Klinik, Bad Salzuflen] | ||
* [https://www.vamed-gesundheit.de/reha/bad-groenenbach/ihre-reha-bei-uns/somatik/hoerbehinderung-tinnitus-und-schwindelerkrankungen/therapie-fuer-ci-traeger/ Vamed Klinik, Bad Grönenbach] | * [https://www.vamed-gesundheit.de/reha/bad-groenenbach/ihre-reha-bei-uns/somatik/hoerbehinderung-tinnitus-und-schwindelerkrankungen/therapie-fuer-ci-traeger/ Vamed Klinik, Bad Grönenbach] | ||
* [https://www.vitrea-gesundheit.de/reha/bad-berleburg/unsere-klinik/impressum/ VITREA Rehaklinik Bad Berleburg] | |||
* [https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/kliniken/hno/hoerzentrum/cochlea-implantat-zentrum Universitätsklinikum Tübingen] | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
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<ref name="boesenberg">{{Internetquelle|url=https://www.bosenberg-kliniken.de/rehaklinik-fuer-cochlea-implantat/#ablaut-der-reha-mit-cochlea-implantat|autor=MEDICLIN AG|titel=Ablauf der Reha mit Cochlea Implantat|abruf=2024-03-07}}</ref> | <ref name="boesenberg">{{Internetquelle|url=https://www.bosenberg-kliniken.de/rehaklinik-fuer-cochlea-implantat/#ablaut-der-reha-mit-cochlea-implantat|autor=MEDICLIN AG|titel=Ablauf der Reha mit Cochlea Implantat|abruf=2024-03-07}}</ref> | ||
<ref name="nauheim">{{Internetquelle|autor=MEDIAN Kaiserberg-Klinik|url=https://www.median-kliniken.de/de/median-kaiserberg-klinik-bad-nauheim/behandlungsgebiete/hts/cochlea-implantate/|titel=Patienten mit Cochlea-Implantaten und aktiven implantierbaren Hörsystemen|abruf=2024-03-07}}</ref> | <ref name="nauheim">{{Internetquelle|autor=MEDIAN Kaiserberg-Klinik|url=https://www.median-kliniken.de/de/median-kaiserberg-klinik-bad-nauheim/behandlungsgebiete/hts/cochlea-implantate/|titel=Patienten mit Cochlea-Implantaten und aktiven implantierbaren Hörsystemen|abruf=2024-03-07}}</ref> | ||
<ref name="AHBIndikation">{{Internetquelle|autor=Deutsche Rentenversicherung|url=https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Experten/infos_fuer_aerzte/ahb_indikationskatalog.html|titel=Indikationskatalog für die Anschlussrehabilitation (AHB)|abruf=2025-12-19}}</ref> | |||
<ref name="ahb">{{Internetquelle|autor=MEDIAN Kaiserberg-Klinik|url=https://www.median-kliniken.de/de/newsroom/artikel/news/die-anschlussheilbehandlung-ist-ein-meilenstein-fuer-patienten-mit-cochlea-implantat/|titel=Die Anschlussheilbehandlung ist ein Meilenstein für Patienten mit Cochlea-Implantat|abruf=2025-03-22}}</ref> | |||
<ref name="teilstationär">{{Internetliteratur| url=https://www.aerzteblatt.de/archiv/10181/Teilstationaere-Rehabilitation-Alternative-zum-vollstationaeren-Angebot| titel=Teilstationäre Rehabilitation: Alternative zum vollstationären Angebot| autor=Jurda, Rainer|herausgeber= Deutsches Ärzteblatt| jahr=13/1998| abruf=2024-04-09}}</ref> | <ref name="teilstationär">{{Internetliteratur| url=https://www.aerzteblatt.de/archiv/10181/Teilstationaere-Rehabilitation-Alternative-zum-vollstationaeren-Angebot| titel=Teilstationäre Rehabilitation: Alternative zum vollstationären Angebot| autor=Jurda, Rainer|herausgeber= Deutsches Ärzteblatt| jahr=13/1998| abruf=2024-04-09}}</ref> | ||
<ref name=Groenenbach>{{Internetquelle|autor=VAMED Rehaklinik Bad Grönenbach GmbH|url=https://www.vamed-gesundheit.de/reha/bad-groenenbach/ihre-reha-bei-uns/somatik/hoerbehinderung-tinnitus-und-schwindelerkrankungen/therapie-fuer-ci-traeger/|abruf=2024-12-15|titel=Therapie-Schwerpunkte für CI-Träger}}</ref> | <ref name="Groenenbach">{{Internetquelle|autor=VAMED Rehaklinik Bad Grönenbach GmbH|url=https://www.vamed-gesundheit.de/reha/bad-groenenbach/ihre-reha-bei-uns/somatik/hoerbehinderung-tinnitus-und-schwindelerkrankungen/therapie-fuer-ci-traeger/|abruf=2024-12-15|titel=Therapie-Schwerpunkte für CI-Träger}}</ref> | ||
<ref name="AHBIndikation">{{Internetquelle|autor=Deutsche Rentenversicherung|url=https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Experten/infos_fuer_aerzte/ahb_indikationskatalog.html|titel=Indikationskatalog für die Anschlussrehabilitation (AHB)|abruf=2025-12-19}}</ref> | |||
<ref name="Berleburg">{{Internetquelle|url=https://www.vitrea-gesundheit.de/reha/bad-berleburg/ihre-reha-bei-uns/unsere-schwerpunkte/hoerstoerungen/krankheitsbilder-hoerstoerungen|titel=Hörstörungen - Unser Leistungsspektrum - Reha für CI-Patienten (Cochlea Implantat)|abruf=2026-01-05|autor=VITREA Rehaklinik Bad Berleburg GmbH}}</ref> | |||
</references> | </references> | ||
[[Kategorie:Medizinisches]] | |||
Aktuelle Version vom 23. Januar 2026, 23:25 Uhr
Im Rahmen der Nachsorge nach einer Implantation gibt es nach der Erstanpassung die Möglichkeit einer Rehabilitation (CI-Reha), wobei laut Weißbuch[1] die Nachsorge im Kontext einer gestaffelten Abfolge verschiedener therapeutischen Maßnahmen stattfindet. Das kann die Patienten dabei unterstützen, sich an das Hören mit dem Implantat anzupassen, das Sprachverstehen und somit ihre Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern und die bestmöglichen Ergebnisse aus der Implantation zu erzielen.
Ziele einer Reha
In einer CI-Reha soll folgendes erreicht werden:
- Optimierung der CI-Einstellung: Die technischen Einstellungen des Cochlea-Implantats werden in der Reha regelmäßig überprüft und angepasst, um eine bestmögliche Hörleistung zu erzielen.
- Verbesserung des Sprachverstehens: Gezieltes Hörtraining, sowohl einzeln als auch in Gruppen, um Geräusche und Sprache besser zu verstehen und zu verarbeiten. Unterscheidung verschiedener Laute, was zugleich die auf dem Hören beruhende Kommunikationsfähigkeit verbessert.
- Integration des Cochlea-Implantats/Hörgeräts in den Lebens- und Berufsalltag und Verbesserung der beruflichen Leistungsfähigkeit nach der Versorgung mit einem CI, um die Arbeitsunfähigkeit zu verkürzen oder gar zu vermeiden
- Lösungen für den Beruf: Kommt es im Beruf zu Schwierigkeiten, werden in der Reha-Einrichtung gemeinsam Lösungen entwickelt. Z.B. kann ein berufsspezifisches wie auch arbeitsplatzbezogenes Training während der Reha durchgeführt werden, um die Belastbarkeit am Arbeitsplatz auszutesten. U.a. zum Beispiel, ob es förderlich ist, unter Anwendung einer simulierten Geräuschkulisse mit zusätzlichen Hilfsmitteln Telefonate zu führen.
- Schulung des Umgangs mit der Zusatztechnik für das Hörimplantat. D.h. Hilfsmittel für den Arbeitsplatz und zu Hause einführen, welche die Kommunikationsfähigkeit fördern und die Höranstrengung mit dem Cochlea-Implantat verringern.
- Vorhandene Berufskompetenzen erhalten. D.h. systematisch die Berufs- und Arbeitssituation analysieren und dabei die Kompetenzen in der Medizinisch Beruflich Orientierten Rehabilitation (MBOR) für bestimmte Berufsklassen stärken.
- Stärkung der psychischen Stabilität der Patientinnen und Patienten mit Cochlea-Implantat
- Erlernen von Bewältigungsstrategien: In Einzel- und Gruppengesprächen werden die Patientinnen und Patienten unterstützt, mit ihrer Hörschädigung umzugehen und Strategien zu entwickeln, um den Alltag besser zu meistern.
- Entwicklung der Lautsprache bei einem taub geborenen Kind. Bei CI-Kindern (Neugeborene oder Frühversorgte) werden auch die Eltern und Geschwister mit in die stationäre Reha zur Begleitung mitgenommen. Denn sie sind mindestens ebenso betroffen und müssen wissen, wie sie damit umgehen können.
Arten
Es gibt folgende Möglichkeiten für eine Rehabilitation:
Ambulant
Nach einer Cochlea Implantat (CI) Operation ist die ambulante Reha der erste Schritt der Nachsorgebehandlung. Es wird für die Ersteinstellung/Erstanpassung der Hörprozessoren genutzt, so dass hochgradig Hörgeschädigte, Ertaubte oder Taubgeborene das Hören erlernen bzw. wieder erlernen können. In einer ambulanten Reha werden über den Tag verteilt CI-Einstellungen, Hörtest und Einzelhörtraining in der Logopädie vorgenommen, vereinzelt auch durch Gruppenhörtraining ergänzt.
Die ambulante Rehabilitation bietet den Rehabilitanden ein wohnortnahes Angebot. Sie werden nicht stationär aufgenommen und erhalten (sofern sich der Wohnort im 45-minütigen Umgebungsradius befindet), somit kein eigenes Patientenzimmer. Die Abende und Wochenenden können sie zuhause verbringen. Nur für die Dauer der Therapieinheiten halten sie sich in der Klinik auf.
Die Häufigkeit und der Zyklus der ambulanten Reha ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich und variiert je nach Behandlungskonzept der operierten Klinik. So gibt es Anpassungskonzepte, bei denen die Erstanpassung vier Wochen nach der erfolgten Operation beginnt. Andere Kliniken starten hiermit bereits früher oder später.
In manchen Kliniken werden die CI-Einstellungen zunächst eine Woche lang täglich vorgenommen und der Rehabilitand kommt im ersten Jahr nach der OP noch drei weitere Male für einen Tag vorbei, um die Höreinstellungen anzupassen. Weitere Einstellungskonzepte beinhalten, dass zum Start nicht durchgehend für eine Woche lang eingestellt wird, sondern jeweils nur für einen Tag wiederkehrend im Abstand von ein-/ zwei- oder gar vier Wochen. Der Gesamtumfang liegt bei ca. 7 bis 10 Behandlungstagen im ersten Jahr und ist bei fast allen Kliniken gleich.
Es ist zu empfehlen, die Zeit bis zur Erstanpassung nach einer CI-OP nicht zu kurz kommen zu lassen, da die OP-Wunde zwecks Haftung der Spule am Magneten zunächst ausreichend verheilen muss. Weiterhin sollte auch die Zeit zwischen den einzelnen CI-Einstellungen nicht zu lang und auch nicht zu kurz ausfallen. Zwar muss sich das Gehirn erstmal an das neue Hören gewöhnen und die neuen Einstellungen müssen im Umfeld erprobt werden, dennoch ist es nicht hilfreich, wenn über längere Zeit mit unvorteilhaften CI-Einstellungen gehört wird.
Je nach Vorgeschichte des Patienten (Eintrittsalter des Hörverlustes, Dauer- und Ursache des Hörverlustes) sowie der Ergebnisse des messbaren Hörerfolgs nach den CI-Einstellungen kann die ambulante Reha eine völlig ausreichende Maßnahme sein.
Hat sich der Hörerfolg im ersten Jahr nach der Operation nicht zufriedenstellend eingestellt, sollte über eine anschließende stationäre Reha nachgedacht werden. Diese kann in vielen Fällen den Erfolg noch einmal maßgeblich steigern.
Eine ambulante Reha muss in der Regel nicht vom Patienten selbst beantragt werden. Im Vorfeld einer CI-Operation werden in einem Aufklärungsgespräch mit der operierenden Klinik die Rehabilitationsziele und -termine geklärt und auch vereinbart. Sie gehören zum Leistungsangebot einer Operation.
Teilstationär
Die teilstationäre Rehabilitation umfasst im Gegensatz zur ambulanten Rehabilitation das gesamte Angebot der vollstationären medizinischen Rehabilitation mit Ausnahme der Unterbringung und teilweise der Verpflegung[2]. Die Patienten bleiben nur tagsüber in der teilstationären Einrichtung, wobei es Möglichkeiten für Ruhezeiten gibt (Ruhe- und Liegeraum). Die Anfahrt erfolgt täglich vom Wohnort zur Klinik, entweder eigenständig oder mit Hilfe von Fahrdiensten.
Stationär
Charakteristisch für eine stationäre Rehabilitation - und anders als bei einer ambulanten Rehabilitation - ist eine ganztägige Unterbringung in der jeweiligen Reha-Einrichtung - mit Übernachtung und Verpflegung. Für die Unterkunft und Verpflegung können auf freiwilliger Basis Zuzahlungen für den Patienten oder die Patientin entstehen (Komfortleistungen).
Reicht die ambulante CI-Behandlung nicht aus, kann eine stationäre Rehabilitation beantragt werden. In einer stationären Reha steht der Hörerfolg gleichermaßen mit der Gesundheit des Patienten im Mittelpunkt.
Vor dem Start einer stationären Reha wird mit den Ärzten und Therapeuten der Reha-Einrichtung das Therapieziel besprochen. Auf dieser Basis wird dann ein individueller Therapieplan erstellt. Zu den Standart-Behandlungen wie die tägliche oder wöchentliche CI-Einstellung (Häufigkeit ist abhängig vom Konzept der Reha-Einrichtung), gehören das tägliche Einzelhörtraining in der Logopädie sowie das Gruppenhörtraining. Ergänzt wird die ärztliche und therapeutische Expertise durch sport- und bewegungstherapeutische Angebote wie Krankengymnastik, Massagen, Wassertherapie, psychologische sowie Sozial- und Ernährungsberatung. Die tägliche Therapiedauer liegt bei etwa vier bis sechs Stunden.
Grundsätzlich wird eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme für eine Mindestdauer von drei Wochen bewilligt und kann nicht vor Ablauf von 4 Jahren wiederholt werden. Ausnahme: es findet in dieser Zeit eine weitere CI-Operation statt (z. B. die gegenüberliegende Ohrenseite oder eine Reimplantation). Unter bestimmten Voraussetzungen, wird während der dreiwöchigen Reha auch eine weitere Verlängerung beantragt und bei guter Begründung auch bewilligt.
Im Allgemeinen sollte die Zeit nach der CI-Operation bis zum Antritt einer stationären Reha nicht zu kurz sein, da sich das Gehirn zunächst an das neue Hören eingewöhnen muss.
Generell sollte eine Reha innerhalb der nächsten vier Monate nach einer Bewilligung angetreten werden, da sonst der Anspruch verfällt. Je nach Nachfrage und Auslastung sollte es möglich sein, die Reha zum Wunschzeitpunkt durchzuführen. Ebenso kann auch eine bestimmte Reha-Einrichtung als Wunsch vorgetragen werden. Wenn diese nach medizinischen Gesichtspunkten geeignet ist und die Wünsche der persönlichen Lebenssituation, dem Alter, der familiären und beruflichen Situation Rechnung tragen, hat der Kostenträger den Wünschen zu entsprechen. Bei dieser Entscheidung sind natürlich auch Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu berücksichtigen. Deswegen sollte man gut begründen können, warum die Wunscheinrichtung die bessere Wahl für den Rehabilitanden ist.
Es ist ratsam wie auch lohnend, sich über Kontakte oder Selbsthilfegruppen Erfahrungen wie auch Infos zu den unterschiedlichsten Reha-Einrichtungen einzuholen. Oftmals ergeben sich aus den Gesprächen neue und hilfreiche Auskünfte, welche den eigenen Bedürfnissen besser gerecht werden als vormals angedacht.
Zeitliche Einordnung
Anschlussheilbehandlung (AHB)
Die Anschlussheilbehandlung (AHB), auch Anschlussrehabilitation genannt, ist eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die sich unmittelbar (spätestens 14 Tage) nach einem stationären Krankenhausaufenthalt anschließt und für bestimmte Erkrankungen im sogenannten AHB-Indikationskatalog vorgesehen ist.[3].
Ziel der AHB ist die schnelle Wiedereingliederung in den Alltag oder ins Berufsleben nach einer schweren Erkrankung oder Operation – z. B. auch nach einer Cochlea-Implantation. Dabei soll auch das Potenzial des CI bestmöglich erreicht werden[4]. Im Gegensatz zu einer normalen Reha, darf eine AHB vom Kostenträger nicht abgelehnt werden .
Seit 2025 wurde die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat (CI) in den Indikationskatalog für die Anschlussheilbehandlung der Deutschen Rentenversicherung aufgenommen[5], so dass nun auch mit CI Versorgte Anspruch auf eine AHB haben.
Wer das Angebot einer AHB nicht wahrnehmen möchte, kann jederzeit eine Reha als Heilverfahren im klassischen Sinne beantragen. Auch kann jeder, der eine AHB durchläuft, zu einem späteren Zeitpunkt (in der Regel nach vier Jahren[6]) eine klassische Reha beantragen, sofern dadurch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessert werden kann.
Mehrwöchige Reha im Rahmen der Nachsorge
Wer ein CI erhalten hat, hat Anspruch auf eine mehrwöchige Rehabilitation, die meist stationär erfolgt. Eine CI-Reha kann in der Regel alle vier Jahre erneut beantragt werden[6].
Bei medizinischer Notwendigkeit (z.B. Komplikationen, unzureichender Rehabilitationserfolg, neue gesundheitliche Probleme) kann eine erneute Reha auch vor Ablauf der Vierjahresfrist beantragt und bewilligt werden. Dafür muss die Notwendigkeit vom Arzt gut begründet und nachgewiesen werden[6].
Blockwoche
In den MediClin Bosenberg Kliniken von St. Wendel gibt es die Möglichkeit, Blockwochen zur Aktualisierung der Höreinstellungen zu absolvieren (Stand 04.03.2024). Hierbei handelt es sich um eine Nachsorge nach einer Reha.
Dabei wird in 4 Blöcken mit der Dauer von jeweils einer Woche, verteilt auf den Zeitraum von zwei Jahren, eine stationäre Nachsorge realisiert. Pro Halbjahr ist es möglich, eine Blockwoche in Anspruch zu nehmen. Der Gesamtumfang der Blockwochen umfasst 20 Kalendertage.
Ziel dieses Behandlungskonzepts ist es, für den Patienten die optimalen Höreinstellungen beim Cochlea Implantat (CI) und/oder Hörgerät (HG) zu eruieren, um über einen längeren Zeitraum das bestmögliche Sprachverstehen herauszuholen. Im Vergleich zu einer klassischen Reha, werden in den Blockwochen täglich CI-/HG-Einstellungen, Einzelhörtraining in der Logopädie und Gruppenhörtraining realisiert. Übliche Reha-Anwendungen wie Sport, Physiotherapie (Massagen) oder ergänzende Schulungen wie z. B. Ernährung werden nicht umgesetzt.
Im Gegensatz zu den klassischen Rehas müssen die Blockwochen nicht beim Träger der Rentenversicherung, sondern bei der zuständigen Krankenkasse beantragt und von dieser auch genehmigt werden.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Blockwochen nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen verzeichnet sind und daher auch nicht von allen Krankenkassen bewilligt werden. Dennoch erkennen viele Krankenkassen zunehmend den Nutzen der Nachsorge und genehmigen diese dank der positiven Erfahrungen ihrer Patientinnen und Patienten.
Musterformulare und Begründungshilfen für die eigenständige Beantragung und Einreichung bei der Krankenkasse können beim Sekretariat dieser Klinik angefordert werden.
MediClin Bosenberg Kliniken
Am Bosenberg 15
66606 St. Wendel
Standorte
Es gibt für eine stationäre CI-Reha nur wenige Standorte in Deutschland. Die bekanntesten sind:
- Bad Nauheim, Hessen
- St. Wendel, Saarland
- Bad Salzuflen, Nordrhein-Westfalen
- Bad Grönenbach, Bayern (Schwerpunkt Kommunikationstraining, CI-Einstellung nur durch Vertreter der Implantationsfirmen[7])
- Bad Berleburg, Nordrhein-Westfalen (Schwerpunkt Hörtraining, CI-Einstellung in Kooperation mit dem CI-Zentrum des Universitätsklinikums Marburg-Gießen[8])
Es gilt das sogenannte Wunsch- und Wahlrecht, die Betroffenen dürfen also die Klinik unter Berücksichtigung der verfügbaren Bettenkapazitäten selbst auswählen.
Zum Teil bieten auch CI-Zentren eine CI-Rehabilitation nach der CI-Operation an[9]. Die Reha kann je nach Anfahrtsweg ambulant oder stationär erfolgen.
Ablauf/Inhalte
Je nach Reha-Einrichtung finden unterschiedliche Aktivitäten statt. Die folgende Liste zeigt einige der typischen Aktivitäten, die in einer solchen Rehabilitationseinrichtung durchgeführt werden können[10] [11]:
- Regelmäßige Überprüfung und Optimierung des Sprachprozessors einmal bis mehrmals pro Woche
- Hörtraining, einzeln und in der Gruppe
- Selbständiges Üben mit speziellen Hörtraining-Programmen und mit Einsatz verschiedener akustischer Medien.
- Audiotherapeutische Beratung zum Einsatz von technischem Zubehör mit Ausprobieren
- Kommunikationstechniken für schwierige Hörsituationen in der Gruppe erlernen und ausprobieren
- Bewegungstherapie und physikalische Anwendungen zum Stressabbau sowie zur allgemeinen körperlichen Stabilisierung
- Entspannungstechniken
- Musiktherapie mit dem Ziel, das Hören von Musik mit einem CI zu erlernen und zu verbessern
Des Weiteren können, falls nötig, weitere Therapieangebote in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel:
- Psychologische Gespräche
- Tinnitus-Retraining
- Gleichgewichtstraining
In den Rehakliniken stehen in der Regel ein Audiologe und ein Hörgeräteakustiker für den technischen Support und alle Fragen zu Hörgeräten, Cochlea-Implantaten und weiterem technischen Zubehör zur Verfügung.
Antrag
Kostenträger
- Berufstätige, einschl. Arbeitslose: Deutsche Rentenversicherung (DRV)
- Nicht-Berufstätige (Rentner/in): Gesetzliche Krankenkasse
- Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und andere spezielle Gruppen: Sonderregelungen
Anschlussheilbehandlung
Jeder Einzelfall wird vom Sozialdienst in der CI-versorgenden Klinik betrachtet. Sofern der Patient das Angebot annimmt, stellt der Sozialdienst bei dem passenden Kostenträger einen Antrag und reicht ihn zusammen mit dem ärztlichen Befundbericht ein. Dieser Antragsvorgang sollte noch während des Klinikaufenthaltes stattfinden, so dass die Rehakliniken Zeit für ihre Bettenplanung haben und der Patient entweder direkt oder spätestens 14 Tage nach seiner Entlassung aus der Klinik seine Reha beginnen kann.
Spätere Reha im Rahmen der Nachsorge
Eine Rehabilitationsmaßnahme wird dann von der Rentenversicherung genehmigt, wenn die Erwerbsfähigkeit erhalten werden soll. Sofern eine Berufskrankheit oder ein Arbeitsunfall zugrunde liegt, wird die Leistung über die Unfallversicherung erbracht. Die Krankenkasse kann der Leistungsträger einer rehabilitativen Maßnahme sein, wenn Rentner und Rentnerinnen, Mütter oder Väter mit Kindern sowie Pflegebedürftige oder nicht gesetzlich Rentenversicherte einen Rehabilitationsantrag stellen.
Ein Antrag für eine stationäre Reha muss eigenständig gestellt werden. Nach der Antragsstellung prüft der verantwortliche Kostenträger, ob die medizinischen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. In jedem Fall muss zunächst ein medizinischer Befundbericht erstellt werden. Wie dies zu erfolgen hat, ist bei den einzelnen Trägern unterschiedlich geregelt.
Erfahrungen und Tipps
Die verschiedenen Rehakliniken verfolgen unterschiedliche Philosophien und haben unterschiedliche Schwerpunkte. In manchen Kliniken finden häufiger Einstellungen statt als in anderen. Manche setzen mehr auf Hörstrategien, andere mehr auf individuelles Hörtraining. Das eine ist nicht besser als das andere, es kommt sehr darauf an, was die jeweils betroffene Person braucht und für sich als sinnvoll erachtet.
Es ist auf alle Fälle sinnvoll, sich vor der Reha Gedanken zu machen, wo man eine Verbesserung erreichen möchte bzw. in welchen Bereichen man Unterstützung braucht. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse kann man sich dann in den Kliniken informieren und entscheiden, welche Klinik einem für sich passender erscheint.
Literatur
Dr. Roland Zeh: Fragen und Antworten zur Anschlussheilbehandlung, in: Schnecke - Leben mit Cochlea-Implantat & Hörgerät, Ausgabe 128, Sommer 2025, S. 32, ISSN 1438-66903.
Weblinks
- Arbeitsgemeinschaft CI Rehabilitation
- MEDICLIN Bosenberg Klinik, St. Wendel
- Median Klinik, Bad Nauheim
- Median Klinik, Bad Salzuflen
- Vamed Klinik, Bad Grönenbach
- VITREA Rehaklinik Bad Berleburg
- Universitätsklinikum Tübingen
Einzelnachweise
- ↑ Präsidium der DGHNO-KHC: Weißbuch Cochlea-Implantat(CI)-Versorgung; DDGHNO-KHC (Hrsg.), 05/2021; https://cdn.hno.org/media/2021/ci-weissbuch-20-inkl-anlagen-datenblocke-und-zeitpunkte-datenerhebung-mit-logo-05-05-21.pdf, letzter Abruf: 2025-03-22
- ↑ Jurda, Rainer: Teilstationäre Rehabilitation: Alternative zum vollstationären Angebot; Deutsches Ärzteblatt (Hrsg.), 13/1998; https://www.aerzteblatt.de/archiv/10181/Teilstationaere-Rehabilitation-Alternative-zum-vollstationaeren-Angebot, letzter Abruf: 2024-04-09
- ↑ Deutsche Rentenversicherung Bund: Anschlussrehabilitation (AHB), letzter Abruf: 2025-05-18
- ↑ MEDIAN Kaiserberg-Klinik: Die Anschlussheilbehandlung ist ein Meilenstein für Patienten mit Cochlea-Implantat, letzter Abruf: 2025-03-22
- ↑ Deutsche Rentenversicherung: Indikationskatalog für die Anschlussrehabilitation (AHB), letzter Abruf: 2025-12-19
- ↑ 6,0 6,1 6,2 MEDIAN Unternehmensgruppe: Reha – wie oft habe ich Anspruch?, letzter Abruf: 2025-05-18
- ↑ VAMED Rehaklinik Bad Grönenbach GmbH: Therapie-Schwerpunkte für CI-Träger, letzter Abruf: 2024-12-15
- ↑ VITREA Rehaklinik Bad Berleburg GmbH: Hörstörungen - Unser Leistungsspektrum - Reha für CI-Patienten (Cochlea Implantat), letzter Abruf: 2026-01-05
- ↑ Universitätsklinikum Tübingen: Cochlea-Implantat Zentrum, Weitergehende Informationen zu...CI-Rehabilitation, letzter Abruf: 2026-01-05
- ↑ MEDICLIN AG: Ablauf der Reha mit Cochlea Implantat, letzter Abruf: 2024-03-07
- ↑ MEDIAN Kaiserberg-Klinik: Patienten mit Cochlea-Implantaten und aktiven implantierbaren Hörsystemen, letzter Abruf: 2024-03-07