Naida Q-Serie

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Zwei Sprachprozessoren nebeneinander liegend, der Q70 in der Farbe anthrazit und der Q90 in rosesilber
Q70 (anthrazit) und Q90 (rosesilber)

Zur Naída Q-Serie gehören die Soundprozessoren (auch Sprachprozessor oder Audioprozessor genannt) Naída CI Q70 und Naída CI Q90 von Advanced Bionics. Der Q70 Soundprozessor kam im Jahr 2013[1] auf den Markt, die Q90 und Q30 Soundprozessoren im Jahr 2015[2]. Beide Soundprozessoren sind kompatibel mit Naída CI-Implantatsystemen von Advanced Bionics und lassen sich mit Phonak-Zubehör koppeln. Die Q-Serie ist die erste CI-Prozessorreihe von Advanced Bionics, die konzeptionell und produktionstechnisch vollständig unter dem Dach von Sonova produziert wurde. Der Q90 Soundprozessor ist zusätzlich mit dem Phonak Naída Link M90 Hörgerät kombinierbar[3] (bimodale Versorgung).

Aufbau des Soundprozessors

LEDs

Die mehrfarbige LED liefert visuelle Informationen über den Batterie-/Akkustatus (z.B. grünes Blinken bei ausreichender Ladung), Programmposition, Fehler- und Systemzustände. Die Blinkfrequenz unterscheidet die jeweiligen Zustände (ähnlich wie bei Phonak-Hörgeräten).

Programmtaste und Wippe

Die Programmtaste dient dem Verändern der Programme, hier gilt Durchschalten (1 Druck = nächstes Programm). Die Wippe dient der Lautstärkeregelung (oben = lauter, unten = leiser).

Mikrofone

Die Q-Soundprozessoren verfügen über ein internes Mikrofon (am oberen Ende des Ohrhakens) und ein integriertes Mikrofon in der Spule (HeadPiece) der Naída-Serie. Ein externes HeadPiece-Mikrofon benötigt einen separaten Programmplatz. Optional gibt es noch ein spezielles Mikrofon, das so genannte T-Mic. Dieses Mikrofon kann optional anstelle eines normalen Ohrhakens verwendet werden. Das Mikrofon sitzt dann direkt in der Ohrmuschel vor dem Gehörgang. Dies hat mehrere Vorteile:

  • Nutzung der natürlichen Filterfunktion der Ohrmuschel (bessere Wahrnehmung von Schall von vorne)
  • Kopfhörer können normal getragen werden
  • auch beim Telefonieren kann der Telefonhörer "ganz normal" gehalten werden

Das T-Mic gibt es in verschiedenen Größen: small, medium und large. Am Ende des T-Mics befindet sich ein Wechsel-Filter, der regelmäßig ausgetauscht werden muss (siehe Anleitungsvideo des Herstellers unter Weblinks).

Tipp 1: Wenn das T-Mic in small zu kurz und das T-Mic in medium zu lang sind, dann sollte das T-Mic in large ausprobiert werden (anderer Formfaktor).

Tipp 2: Der dünne Draht des T-Mic sollte nur in Ausnahmefällen manuell gebogen werden. Am besten lässt man dieses von dem Audiolog*innen machen, um Schäden am T-Mic zu vermeiden.

Anstelle des normalen Ohrhakens oder des T-Mics kann man auch einen Akustikohrhaken nutzen, wenn das Tiefton-Restgehör vorhanden ist. Damit wird dann der Prozessor zum Hybrid-System (Mischung aus Hörgerät & Cochlea Implantat: elektrisch-akustische Stimulation). Die Voraussetzung hierfür ist die Freischaltung und Anpassung des integrierten Hörgeräte-Anteils durch die Audiologie.

HeadPiece (Überträger)

Das HeadPiece, auch Überträger oder Sendespule genannt, ist in zwei Ausführungen erhältlich: glatt und leicht gewölbt (zur Anpassung an ältere Implantatgenerationen; neuere Implantate sind flach).

Alle HeadPieces besitzen ein integriertes Mikrofon, das z. B. von Fahrradfahrer*innen genutzt wird, um Windgeräusche zu reduzieren.

In dem HeadPiece wird der Magnet installiert. Mit dem Magneten wird der Überträger am Kopf gehalten. In das HeadPiece können mehrere gleich starke Magnete kombiniert werden; die Gesamtstärke ergibt sich aus der Anzahl.

Tipp 1: So wenig Magnetstärke wie möglich, gerade ausreichend zum Halt. Zu starke Magnete können Schmerzen und Hautschäden bis hin zu Nekrosen (Absterben des Hautgewebes) verursachen.

Tipp 2: Bitte die Magnetstärke regelmäßig prüfen. In der Zeit nach der OP sind oft stärkere Magnete nötig (Schwellung); die Stärke kann im Verlauf ggf. reduziert werden.

Tipp 3: Beim Naída-Soundprozessor sind der Überträger und das Kabel getrennte Einheiten. Bei Defekten muss beides separat geprüft/ausgetauscht werden.

Zu jedem Überträger muss auch eine Überträgerkappe und ein Kabel installiert werden (erhältlich in verschiedenen Farben, Kabel in verschiedenen Längen).

Stromversorgung

Akkus

Die Akkus werden direkt am Soundprozessor befestigt und versorgen das System mit Strom. Für die Befestigung am Ohr stehen drei Größen wiederaufladbarer Lithium-Ionen-M-Akkus zur Verfügung. Diese unterscheiden sich in Bauform und Akkulaufzeit und ermöglichen eine individuelle Anpassung an Tragekomfort und Nutzungsdauer. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Stromquelle vollständig außerhalb des Ohrs zu tragen. Hierfür können entweder die M Waterproof Battery (Nickel-Metallhydrid) oder die M Zn-Air Battery Pack verwendet werden.

Für den Soundprozessor sind somit verschiedene Akkuvarianten in unterschiedlichen Größen und Farben erhältlich. Jeder Akku weist eine unterschiedliche Akkulaufzeit auf. Die tatsächliche Akkulaufzeit kann jedoch abhängig von individuellen Faktoren wie Hörprogrammen, Lautstärkeeinstellungen, Nutzung von Zusatzmikrofonen oder Funkzubehör variieren.

Um eine möglichst lange Lautzeit und Lebensdauer der Akkus zu gewährleisten, sollten die Herstellerhinweise zur Nutzung, Ladung und Pflege beachtet werden.

Batterien

Das Batteriefach des Soundprozessors enthält wechselbare Inlays: Mit Kindersicherung (Öffnen nur durch Druck auf die Nase) und ohne Kindersicherung. Unterstützt werden Zink-Luft- und Alkali-Batterien. Die Batterie-Inlays sind auch mit der Marvel-Generation kompatibel.

Gebrauch

  • Einschalten: Wenige Sekunden, akustisches Signal (Einschaltmelodie konfigurierbar).
  • Programmwechsel: Ebenfalls kurze Umschaltzeit, währenddessen kein Hörsignal.

Programmmöglichkeiten

Es können bis zu fünf Programme abgespeichert werden.

Apps

Keine Apps zur direkten Bedienung des Naída-Q-Soundprozessoren.

Zubehör

CI mit in Baumstruktur dargestellten Anbindungsmöglichkeiten für Zubehör über T-Spule, Bluetooth und Roger Foto: Advanced Bionics
Zubehörgeräte und deren Anbindung am Beispiel Naida Q90

Alle Modelle der Q-Serie

  • Naída CI Q30
  • Naída CI Q70
  • Naída CI Q90

Kompatible Implantate[4]

Tipps/Zusammenfassung

  • T-Mic-Größe ggf. large testen, wenn small/medium nicht passend.
  • Der dünne Draht des T-Mic sollte nur in Ausnahmefällen selbst gebogen werden.
  • Minimale Magnetstärke wählen und regelmäßig prüfen.
  • Überträger und Kabel separat auf Defekte prüfen.
  • Programme/Einstellungen sichern (z. B. auf USB-Datenträgern).
  • Datum der Map dokumentieren.

Einzelnachweise

  1. Sonova Holding AG: AB launches Naída CI Q70 in Europe and Canada, letzter Abruf: 2026-01-05
  2. Sonova Holding AG: AB announces FDA approval of two new sound processors, letzter Abruf: 2026-01-05
  3. Sonova AG: Produktinformation Phonak Naída™ Link M, letzter Abruf: 2026-01-05
  4. Advanced Bionics: Naída CI Q90 Sound Processor (Seite 17), letzter Abruf: 2026-05-01