Bimodale Versorgung Cochlear
Cochlear bietet eine bimodale Versorgung für eine enge Zusammenarbeit zwischen Cochlea-Implantat (CI) und Hörgerät an. Diese Lösung wird als vollintegrierte bimodale Versorgung bezeichnet. Dabei werden Technik und Software von Cochlear und GN Resound miteinander kombiniert.
Funktionalität
Das bimodale System von Cochlear kennzeichnet sich durch folgende Funktionen:
- Beidseitiges Streaming: Musik, Telefonate und andere Audiosignale werden auf beide Geräte übertragen.
- eine App: CI und Hörgerät können mit nur einer App bedient werden
- verschiedene Hörgeräte stehen zur Auswahl
- Auracast: Manche Hörgeräte sind Auracast-fähig, die Soundprozessoren sind dafür vorbereitet
Kompatibilität
Grundsätzlich sind viele Cochlear-Implantate für eine bimodale Versorgung geeignet. Entscheidend ist vor allem, welcher Soundprozessor und welches GN ReSound Hörgerät verwendet werden. Welche Hörgeräte genau kompatibel sind, kann der Hörakustiker, die Cochlear Family oder der Cochlear-Kundenservice beantworten. Eine Übersicht zu kompatiblen Hörgeräten und der Kompatibilität zu Android und Apple Smartphones ist auf der Webseite von Cochlear zu finden.
Die Steuerung und Überwachung sowohl des Soundprozessors als auch des Hörgeräts erfolgt über die Nucleus Smart-App, wofür ein kompatibles Apple- oder Android-Gerät benötigt wird. Für die direkte Audioübertragung auf die GN Resound Hörgeräte muss das Smartphone entsprechend kompatibel sein. Die Kompatibilität findet man auf der Webseite von Cochlear.
| Cochlea Implantat | Soundprozessor | Auracast fähig | kompatibles GN Resound Hörgerät |
| Implantate der Nexa (CI1000) Serie | Nucleus 8 Nexa
Kanso 3 Nexa |
zukünftig per Firmware-Update | https://www.cochlear.com/global/de/compatibility/compatible-resound-hearing-aids |
| Implantate der Serien CI600, CI500, CI24RE, CI24R, CI24M Serie | Nucleus 8
Kanso 3 |
zukünftig per Firmware-Update | |
| Implantate der Serien CI600, CI500, CI24RE, CI24R, CI24M und CI22M | Nucleus 7 | nein | |
| Implantate der Serie CI600 | Kanso 2 mit Magnet (I) | nein | |
| Implantate der Serien CI500, CI24RE, CI24R, CI24M | Kanso 2 | nein |
Funktionen Soundprozessor
Die Soundprozessoren von Cochlear unterstützen modernes Bluetooth-Streaming und die Verbindung mit kompatiblen Hörgeräten von GN ReSound. Je nach Modell können Telefonate, Musik oder Fernsehton direkt übertragen werden.
Die Steuerung erfolgt über die Nucleus Smart App oder teilweise direkt über das Smartphone.
Leistung Hörgerät / Zielgruppe
GN Resound bietet verschiedene Hörgeräte in unterschiedlichen Leistungsklassen, Funktionen und Farbenan. Dadurch gibt es Lösungen für leichte bis hochgradige Hörverluste in unterschiedlichen Preiskategorien.
Welches Hörgerät geeignet ist, hängt vom Resthörvermögen und den persönlichen Anforderungen ab. Der Hörgeräteakustiker kann hierzu beraten und auch Auskunft über mögliche Zuzahlungen geben.
Die Auflistung zeigt Beispiele für verschiedene Hörgeräte Modelle (nicht vollständig):
- Hinter-dem-Ohr-Geräte
- optional mit Lautsprecher direkt im Ohrkanal (Receiver-in-Canal, abgekürzt RIC)
- optional mit Schallschlauch
- Im-Ohr-Geräte
- mit Akku
- made for Auracast
Dein Hörgeräteakustiker kann geeignete Modelle zu deinem Hörverlust auswählen, sowie zu den Preisen und der Höhe des Eigenanteils Auskunft geben.
Technische Besonderheiten
Mit der bimodalen Lösung von Cochlear und GN ReSound können Musik, Telefonate oder der Fernsehton auf beide Hörsysteme gestreamt werden. Zudem kann gemeinsames Zubehör genutzt werden. Dadurch muss häufig weniger Technik mitgeführt werden als bei zwei getrennten Systemen.
Die ReSound-Hörgeräte besitzen zusätzlich eine integrierte Headset-Funktion. Dadurch kann beim Telefonieren das Mikrofon des Hörgeräts genutzt werden. Der Cochlear-Soundprozessor besitzt diese Funktion nicht.
Synchronisation
Damit Soundprozessor und Hörgerät gemeinsam genutzt werden können, müssen sie in der Anpasssoftware miteinander gekoppelt werden. Dies geschieht durch die Klinik oder den Hörakustiker.
Nach der Kopplung erkennt das Smartphone beide Hörsysteme gemeinsam. Bei Apple-Geräten erscheinen gekoppelte bimodale Hörsysteme meist gemeinsam in einer Zeile. Bei Android-Geräten mit ASHA-Protokoll werden sie oft untereinander angezeigt. Wenn diese nicht gekoppelt sind, dann tauchen diese beiden Geräte separat in der Liste aller Bluetoothgeräte auf, und es kann in der Regel nur ein Bluetooth-Gerät ausgewählt werden.
Die Geräte arbeiten jedoch weiterhin unabhängig voneinander. Es gibt kein Master-Slave-System und keinen direkten Datenaustausch zwischen Hörgerät und Soundprozessor. Beide Geräte bleiben eigenständige Hörsysteme.
Direct Streaming
- Zum Direct Streaming wird Bluetooth® verwendet.
- Auracast
- wird von manchen GN Resound Hörgeräten unterstützt
- neuere Soundprozessoren sind vorbereitet, kann jedoch erst nach der Zulassung mit einem Firmware-Update aktiviert werden.
Die Audioübertragung erfolgt direkt auf beide Hörsysteme.
- Apple nutzt dafür das MFi-Protokoll („Made for iPhone“)
- Android nutzt das ASHA-Protokoll
Voraussetzung ist ein kompatibles Hörgerät.
Beim Streaming über moderne Smartphones kann auf beide Hörsysteme gleichzeitig gestreamt werden.
Mono/Stereo
Der Mini Microphone Streamer kann Audiosignale gleichzeitig auf Hörgerät und Soundprozessor übertragen. Die Übertragung erfolgt dabei in Mono.
Mit dem TV Streamer ist Stereoübertragung möglich.
Beim Streamen mit dem Smartphone Android und iOS funktioniert Stereo mit zwei Hörhilfen. Man kann auf Mono umschalten.
Aktueller Stand Auracast
Der Nucleus 8 und Kanso 3 sind bereits auf Auracast (Bluetooth LE Audio der nächsten Generation) vorbereitet. Die Funktion ist derzeit jedoch noch nicht aktiviert. Dafür ist ein zukünftiges Softwareupdate erforderlich.
Ältere Geräte haben dieses Bluetooth-Protokoll (Bluetooth LE Audio der nächsten Generation) noch nicht integriert.
Einige aktuelle GN ReSound Hörgeräte unterstützen Auracast bereits. Entweder kann dein Hörgeräteakustiker hierzu Auskunft geben oder du kannst dich auf der Webseite von GN Resound informieren.
Laufzeitunterscheide / Latenz
Zwischen Soundprozessor und Hörgerät wird die Latenz durch die Klinik/den Akustiker angepasst.
Durch Auracast kommt keine zusätzliche Latenz hinzu. Es erfordert keine zusätzliche Anpassung von Laufzeitunterschieden.
Rogersystem
Es geht um einen Roger X, der an einen Minimic angeschlossen ist. Bei einem kompatiblen bimodalen Hörgerät geht die Signalübertragung jeweils über das Minimic und die Latenzen werden nicht zusätzlich beeinflusst. Bei einem nicht kompatiblen Hörgerät für die Cochlear Soundprozessoren kann es sein, dass das Hörgerät direkt mit dem Rogersystem gekoppelt ist, während der Soundprozessor das Signal über den Minimic erhält. Hier würden zusätzliche Laufzeitunterschiede auftreten. Ob sie als störend empfunden werden, ist abhängig von der Verarbeitung im Gehirn, welche sich individuell unterscheiden. Anm. Anita: Das widerspricht sich mit den klinischen Studien, wie bei AB aufgeführt.
Roger auf MM2+ auf Soundprozessor: Das MiniMic 2+ bringt hier in etwa 30ms Delay rein, was nicht hörbar sein wird (Anm.: kein Nachweis für diese Aussage!). Dazu kommt dann der Unterschied im Delay von HG und CI. Der ist bei unseren System zum Glück sehr klein, wodurch kein Problem zu erwarten ist -> das sind sehr pauschale Aussagen ohne Nachweise.
Wie die Latenz von der Rogeranlage direkt zum Hörgerät ist, müsste man den Hörgeräte-Hersteller fragen. Sie ist wahrscheinlich abhängig von Model/Typ/Hersteller.
Generell kann man davon ausgehen, dass ein Delay ab 50ms als Echo wahrgenommen wird. Da liegen wir trotz MiniMic-Latenz auf jeden Fall drunter. Grundsätzlich ist es einfacher wenn die Geräte beide an das gleiche gekoppelt sind: HG + CI direkt vom MiniMic gespeist hat weniger Latenz und das Ganze ist weniger kompliziert, als der oben beschriebene Fall.
Bedienung und Einstellmöglichkeiten
Wenn man am Handy selber, am Zubehör das Mikrofon oder TV die Lautstärke einstellt, dann ändert sich die Lautstärke gleichzeitig an beiden Geräten.
'61: Wechsel eines Programmes: man sieht in der App beide Seiten (Li+re) und muss diese beide Seiten einstellen. Wenn das HG ausschaltet, es startet immer in der Standardvoreinstellung. Das CI Programm startet immer in der letzten Einstellung.
WErden auf beiden Geräte die gleichen Programme aufgespielt? Nein, es sind unterscheidliche Programme. Der Akustiker/Audiologe muss darauf achten, dass die Programme auf den gleichen Programmplatz aufgespielt wird.
Einstellmöglichkeiten: über die App, über die Geräte, über Fernbedienung. Die Hörgeräte und der SP interagieren zum aktuellen Zeitpunkt nicht miteinander.
Über die bimodale App (NAMEN?) kann die Lautstärke für jedes Gerät individuell eingestellt werden.
'82: Zubehör, wie Minimic, Fernbedienung, braucht keinen Abgleich. Sie müssen beide nur mit dem ??? verbudnne sein.
Anpassung
'49: Akustiker: HG und CI-Audiologe stellt CI ein.
Kliniken dürfen keine HGs anpassen und nur Akustiker, die qualifiziert sind, CIs anzupassen können beide Hörsysteme anpassen.
'55 Gleiche Programmbelegung ist sinnvoll für CI und HG.
Lautheitsausgleich/Lautheitsskalierung sinnvoll, ein Balancing, was für das Richtungshören sehr wichtig sit.
Latenz kann nicht eingestellt werden. CI kann nicht künstlich verlangsamt
Erfahrungen aus der Praxis
Anm.: Tipps und Tricks von Anwendern, sofern bekannt. Jedoch bitte keine Vor- und Nachteile nennen.
'52: Austasuch zwischen Akustiker und Klinik ist dürftig. Deshalb ist das Aufsuchen von einem Kooperationspartner, einem AKustiker, der qualifiziert ist, beide Geräte anzupassen, die bessere Wahl. Er hat beide Einstellprogramme für HG und SP, er nimmt die Einstellungen vor und kann gleichzeitig Messungen durchführen. Selbst in der Klinik sind die Messungen zeitlich und örtlich getrennt von den Einstellungen, die der Audiologe vornimmt.
Weitere Informationen erhält man über
Cochlear Family
Austausch Selbsthilfe
Partner von Cochlear
Weblinks
https://www.cochlear.com/global/de/compatibility
https://www.cochlear.com/de/de/connect/contact-us
https://www.cochlear.com/global/de/manuals
https://www.gnhearing.com/de-de/
Einzelnachweise
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